Der Verein

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Copyright, medica mondiale e.V., Köln

Bundesweit gibt es bisher nur sehr wenige Unterstützungsangebote, die auf das Thema Gewalt und Traumatisierung bei älteren bis hochaltrigen oder auch Frauen mit der Erkrankung Demenz und / oder einer Pflegebedürftigkeit spezialisiert sind. Frauenberatungsstellen sprechen mit ihren Angeboten nur punktuell explizit diese Zielgruppe an und haben dann in der Regel keine ausreichenden Ressourcen, um z.B. eine längerfristige aufsuchende Beratung leisten zu können. So bekommen ältere oder hochaltrige Frauen, die unter den Folgen von Gewalt und Trauma leiden und pflegebedürftig oder immobil sind, oft keine angemessen Unterstützung.

Vor diesem Hintergrund entstand die Idee, in Köln eine Beratungsstelle mit diesem Schwerpunkt für Frauen ab 60 Jahren zu gründen. Seit Ende 2008 erarbeiteten Martina Böhmer, Lisa Schulte und Karin Griese ein erstes Konzept und gründeten schließlich 2010 gemeinsam mit anderen interessierten Frauen den Verein Paula e.V.

Ziel von Paula e.V. ist es, die psychische, physische und soziale Situation von Frauen über 60 Jahren, die Gewalt – in welcher Form auch immer – erleben oder in der Vergangenheit erlebt haben, zu verbessern. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf sexualisierter Gewalt und Kriegsgewalt. Dies soll erreicht werden über Therapie-, Beratungs- und Kontaktangebote für betroffene Frauen und ihre Angehörigen.

Da ältere bis hochaltrige Frauen potentiell von Krankheit und oder Pflegebedürftigkeit betroffen sind, stehen darüber hinaus die Verbesserung der Pflege und Betreuung in Pflegeeinrichtungen im Fokus. Die Entwicklung von Qualitätsstandards sowie Beratungs-, Fortbildungs- und Supervisionsangebote für Gesundheitsfachkräfte sollen einen trauma-sensiblen und stärkenden Umgang mit von Gewalt betroffenen älteren Frauen fördern.

Der Verein strebt außerdem die Einrichtung von Schutzwohnungen für von aktueller Gewalt bedrohte Frauen ab 60 Jahren an.

Im Februar 2012 wurde die Beratungsstelle Paula e.V. mit einem Büro- und Beratungsraum in den Räumen des Paritätischen Nordrhein-Westfalen in Köln eröffnet. Seit dem 15.4.2014 hat die Beratungsstelle neue eigene Räume in der Kölner Südstadt.

Hier bietet Martina Böhmer  – bisher noch ehrenamtlich -  Beratungen an und leitet eine Gruppe älterer Frauen, die sich einmal monatlich in Köln Nippes in der VHS trifft.

Anfang 2013 wurde ein von Paula e.V. beim Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (MGEPA NRW) und EU gestellter Projektantrag bewilligt: „Bedarfsgerechte Unterstützung für von Gewalt betroffene oder traumatisierte ältere bis hochaltrige Frauen in Form von Konzeptentwicklung für traumasensible Begleitung, Beratung, Pflege und Therapie“ (siehe Projektbeschreibung auf der Homepage von Paula e.V.). Seit dem 15.3.2013 arbeiten Martina Böhmer und Svenja Langheim als Projektleiterin bzw. -koordinatorin mit Teilzeitstellen an der Umsetzung dieses Projektes.

Paula e.V. wird unterstützt durch Mitfrauen und FörderInnen.